Standplatzbau: Reihe statt Ausgleich ?
Seit einiger Zeit stellt sich die Frage, ist es besser statt der schon seit langen verwendete Ausgleichsverankerung eine spezielle Reihenverankerung an Standplatz zu verwenden?
Seit eh und je ist es beim Klettern gang und gebe am Standplatz eine Ausgleichsverankerung zu verwenden, in erster Linie um die Belastungen an den Fixpunkten gleichmäßig zu verteilen.
Vor allem durch die Verbreitung der Bohrhacken und div. Testreihen mit Eisschrauben ist man darauf gekommen, dass die Kräfteaufteilung die auf die jeweiligen Fixpunkt auftritt etwas an Wichtigkeit verloren hat. Zu dem wurde festgestellt dass die Sicherungsarbeit an einem „redundantem Fixpunkt“ wesentlich leichter und sicherer abgewickelt werden kann als bei einer Ausgleichsverankerung die ja bekanntlich bei einem Vorstiegssturz nach oben gerissen wird.
Es wurde Mittlerweile ein Standplatzsystem mit einer speziellen Standplatzschlinge entwickelt, welches in den letzten Jahren auch in der Bergführerausbildung angewandt wird und wesentliche Verbesserungen darstellt.
Die derzeit optimalste Lösung der Standplatzschlinge ist folgende:
Eine vernähte 120cm Bandschlinge in die mit einem doppelten Bulinknoten ein kleines Zentralpunktauge geknüpft wird. Bulin deswegen, da dieser die Bandschlingenhaltbarkeit nicht so stark reduziert wie z.B. ein Sachstick (Ein Bulin minimiert eine 19mm PA-Bandschlinge ca. um 1/3). Das Zentralpunktauge muss nur so groß sein, um 3 Karabiner aufnehmen zu können.
Das „Auge“ wird nun mit einem Schraubkarabiner im unteren bzw. besseren Haken angebracht. Die restliche Bandschlinge wird mit einem weiteren Schraubkarabiner an einem zweiten Fixpunkt mittels Mastwurf fixiert. Der Mastwurf erleichtert das Ablängen.
Die restlichen Karabiner (Selbstsicherung, Nach- Vorstiegssicherung) werden im „Zentralauge“ angebracht.
Siehe auch: Österreichischer Berg- und Schiführerverband
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