Risiken und Probleme bei Gletschertouren

Klimawandel oder nur einfach ein außergewöhnlich heiße Sommer? Tatsache ist, daß die in jeder Hinsicht extremen Temperaturen der letzten Jahre zu einer dramatischen Veränderung der Verhältnisse auf unseren Gletschern geführt haben. Gängige und beliebte Gletschertouren sind teilweise nur erschwert oder gar nicht mehr begehbar.

Auf jeden Fall ist Vorsicht geboten:

Führerliteratur (tw. selbst jüngeren Ausgabedatums) ist oft überholt. Schwierigkeits- und Zeitangaben spiegeln kaum oder gar nicht die tatsächlichen Verhältnisse wieder.

Die in Karten verzeichneten Gletscherstände (auch Spaltenzonen) und empfohlenen Wegverläufe sind oft unbrauchbar oder sogar gefärlich.

Steilheiten können kaum oder gar nicht mehr aus Karte oder Führer abgelesen werden und selbst da wo "nur" die Firnauflage fehlt, erfordert steiles Blankeis andere Sicherungskonzepte als die gewohnten Schneeanstiege.

Der Rückgang des Eises bis in die Gipfelregionen hat zu akuter Stein- und Eisschlaggefahr geführt. Viele bislang als harmlos eingestufte Wege sind nur mit erhöhtem Risiko passierbar.

Speziell aber nicht nur in den Westalpen sind Touren die bisher als "Schneehatscher" gegolten haben plötzlich zu rassigen Eistouren mutiert. Bergschründe und Randspaltenzonen sind oft nur mit großer Mühe zu überwinden. Die Orientierung in den Gletscherrandzonen ist oft gerade vor der Dämmerung überaus schwierig.

Resumee:

  • Grundlage der Tourenplanung sollte eine möglichst aktuelle Einschätzung der Lage durch ortskundige Bergführer, Hüttenwirte oder lokale Auskunftspersonen sein.

  • Es empfiehlt sich für unerwartete Probleme einen Zeitpuffer einzuplanen und den Zeitplan generell eher großzügig anzulegen.

  • Das mitgeführte Sicherungsmaterial sollte ebenfalls umfassender als gewohnt ausfallen.

  • Und nicht zu letzt: der heiße Sommer verspricht auch einen spaltenreichen Winter - zieht´s Euch warm an!
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